Pustertal: NonStop

In Umsetzung Aktuelle Einschränkungen

Die Riggertalschleife verbindet die Brennerbahnlinie künftig ohne Umweg mit der Pusterer Bahnlinie. Für den Fahrgast bedeutet dies in erster Linie eine Zeitersparnis von 15 Minuten für die Bahnfahrt von Bozen nach Bruneck.

Mit 3,8 Kilometern Länge, einer rund 190 Meter langen Brücke und etwa 800 Metern Tunnel ist die Riggertalschleife eines der wichtigsten Bahnprojekte der kommenden Jahre und bildet die Grundlage für eine zukunftsfähige, leistungsstarke Mobilität im Pustertal.

Der italienische Schienennetzbetreiber RFI nutzt die Zeit der Sperren, um Modernisierungsarbeiten sowie technische und sicherheitstechnische Arbeiten an der Bestandstrecke durchzuführen. 

Aktueller Stand der Bauarbeiten

Die Bauarbeiten an der Riggertalschleife machen sichtbare und kontinuierliche Fortschritte. Entlang der Pustertalbahn entsteht derzeit ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt, das unter äußerst anspruchsvollen Bedingungen umgesetzt wird. Mehrere Tunnelbauwerke, darunter die technisch besonders herausfordernde Unterquerung der A22, sowie die neue Riggertalbrücke werden mit höchster Präzision realisiert.

Die Pustertalbahn ist im Frühjahr 2026 aufgrund von Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten abschnittsweise gesperrt: Bruneck–Innichen vom 30. März bis 28. April sowie Innichen–Lienz vom 6. bis 26. April 2026. In diesem Zeitraum werden unter anderem Vorbereitungen für das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS sowie außerordentliche Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Ziel ist die langfristige Modernisierung der Infrastruktur und eine höhere Zuverlässigkeit der Bahnverbindungen.

Ergänzt wird das Gesamtprojekt durch die neue Haltestelle in Schabs, die das Bahnnetz zusätzlich stärkt. Parallel dazu werden die kommenden Verbesserungen im Fahrplankonzept bereits berücksichtigt: Im Zuge der aktuellen Fahrplanumstellung ist in Bruneck ein verlängerter Aufenthalt vorgesehen, der den Übergang zum Ziel-Fahrplankonzept 2027 unterstützt und die künftig verkürzten Fahrzeiten durch die Riggertalschleife bereits mitdenkt. Schritt für Schritt entsteht so eine schnellere, leistungsfähigere und noch besser vernetzte Bahnverbindung für das gesamte Pustertal.

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Ergänzend findest du in unseren FAQs weitere Informationen auf einen Blick.

Baustellen-Updates

Riggertal
  • Das Fundament für das Brückenwiderlager wurde fertiggestellt
  • Bau des Eisenbahntunnelportals 
Schabs
  • Die historische Bahnlinie wurde abgerissen, die Aushub- und Stützarbeiten für den Bau der neuen Bahnlinie sind im Gange
  • Oberleitung und Gleisanpassung auf der Bestandsstrecke Richtung Franzensfeste
  • Gleisplan: Anpassung und neue Kreuzungsstelle
Vahrn
  • Neue Unterführung Richtung Vahrner See  
  • Vorbereitungsarbeiten für die Errichtung eines Tunnels unter der Autobahn
Niederdorf
  • Erneuerung der Bahnsteige 1 und 2 am Bahnhof Niederdorf

 

Mehr Bahn, mehr Fahrgäste

Die neue Bahntrasse ins Pustertal mit deutlich attraktiveren Fahrtzeiten tritt künftig noch stärker in Konkurrenz zum privaten Pkw. Ziel ist es, weitere Pendlerinnen und Pendler zwischen Bozen und Bruneck zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen.

Meilensteine bis zur Fertigstellung der Riggertalschleife

Südtirol-Takt

Zusammen mit weiteren Bahnprojekten in den anderen Landesteilen Südtirols (Elektrifizierung der Vinschger Bahn, Ausbau Meraner Bahnlinie, Bau des Virgltunnels in Bozen) werden die Voraussetzungen für den „Südtirol-Takt“ geschaffen, einem Taktfahrplan mit noch besser aufeinander abgestimmten Fahrten im Halbstundentakt.

Die Riggertalschleife

Die neue Trasse der Pustertalbahn verläuft zunächst parallel zur Brennerautobahn, die auf der Höhe der Ausfahrt Brixen-Nord durch einen 796 Meter langen Tunnel unterquert wird. Danach führt die Trasse über eine neu errichtete, 189 Meter langen Brücke über den Eisack. Vor dem Erreichen der neuen Haltestelle Natz-Schabs schließt die neue Strecke an die bestehende Bahnlinie Franzensfeste-Innichen an.

Ausgebaut wird außerdem der Bahnhof Brixen. Als Umsteigeknotenpunkt erhält er einen neuen Gleisplan mit fünf Gleisen und vier Bahnsteigen zwischen 240 und 400 Metern Länge sowie barrierefreien Zugängen. Die bestehende Unterführung soll angepasst werden. Teil des Gesamtprojektes ist auch die Wiederinbetriebnahme einer Zughaltestelle in Vahrn. Diese befindet sich derzeit in der Planungsphase und stellt das zweite Baulos dar.

Kurzer Rückblick

Der Ideenwettbewerb für diese Bahnverbindung wurde bereits im Jahr 2008 ausgeschrieben. Mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen RFI, BBT SE und STA – Südtiroler Transportstrukturen AG am 23. Dezember 2015 wurde die STA mit der Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie für die Riggertalschleife beauftragt.

2018 hat die STA das Vorprojekt an den italienischen Schienennetzbetreiber RFI übergeben. Das Land Südtirol bleibt über eine Konvention beteiligt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Weshalb braucht es das Projekt der Riggertalschleife?

In ganz Europa wird auf die Eisenbahn gesetzt, um eine Alternative zum Pkw anzubieten. Die stark verkehrsbelasteten Straßen platzen aus allen Nähten. Es ist bereits seit über 20 Jahren ein Anliegen, das Pustertal besser mit der Brennerlinie und damit mit dem restlichen Land zu verbinden. Die Riggertalschleife ist ein zentrales Zukunftsprojekt für die Bahnmobilität im Pustertal. Der neue Streckenabschnitt mit Tunnel und Brücke verkürzt die Fahrzeiten deutlich und verbessert die Anbindung des Pustertals an das überregionale Bahnnetz. Damit wird die Bahn schneller, zuverlässiger und attraktiver für Pendler:innen und Reisende.

2. Bringt die Riggertalschleife eine Fahrtzeitverkürzung?

Für die Strecke zwischen Bozen und dem Pustertal werden künftig 15 Minuten weniger Fahrtzeit fällig. Das bedeutet, dass man in künftig in 1:15 Stunden von Bozen nach Bruneck gelangt.

3. Wer baut diese Eisenbahnverbindung?

Die Bauarbeiten werden vom italienischen Schienennetzbetreiber RFI durchgeführt.

4. Welche Änderungen am Fahrplan der Pustertalbahn gibt es ab 27. Januar 2026?

Am 27. Januar 2026 hat die Bahn im unteren Pustertal ihren Betrieb wiederaufgenommen. Damit wurde ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Zielfahrplan erreicht, und zugleich ist Phase 03 auf dem Weg zum neuen Fahrplankonzept in Kraft getreten.

Auf der modernisierten Strecke verkehren die Züge wieder durchgehend bis Franzensfeste, wo der Umstieg auf die Brennerbahn erfolgt. Damit ist das Pustertal wieder an das regionale Bahnnetz Südtirols angeschlossen.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Fahrplanumstellung ist der verlängerte Halt in Bruneck. Dieser dient dem Fahrplanausgleich im Übergang zum Ziel-Fahrplankonzept 2027.

5. Warum sind derzeit Übergangslösungen im Fahrplan notwendig?

Mit der künftigen Inbetriebnahme der Riggertalschleife wird sich die Bahnverbindung zwischen Bozen/Brixen und Bruneck dauerhaft und grundlegend verbessern. Durch die Riggertalschleife kommen die Züge aus Bozen in Bruneck eine Viertel Stunde früher an: nicht mehr zur Minute 00 und 30 einer jeden Stunde, sondern bereits zur Minute 15 und 45.  Um diese Verbesserung bestmöglich vorzubereiten, wurden bereits im Vorfeld Anpassungen im Fahrplankonzept vorgenommen – das Fahrplanszenario mit den neuen Ankunfts- und Abfahrtszeiten in Bruneck wurde bereits 2024 eingeführt. Entsprechend wurden auch die Buslinien (diese sind auf den Zug vertaktet) und Schulzeiten an die neue Situation angepasst.

 

Diese Umstellung hat sich bewährt: Durch die vorgezogene Fahrplananpassung konnten während der Bahnsperre im Zeitraum von Dezember 2024 bis Jänner 2026 für die Nutzer des Schienenersatzverkehrs in den allermeisten Fällen die Anschlüsse gesichert und damit ein stabiler Betrieb gewährleistet werden. So wurde zugleich eine tragfähige Grundlage für den künftigen Zielfahrplan geschaffen.

Aufgrund externer Rahmenbedingungen musste der ursprünglich für das Jahr 2026 vorgesehene Termin für die Inbetriebnahme der Riggertalschleife verschoben werden. Infolgedessen wurde eine ursprünglich nicht geplante Übergangsphase im Fahrplankonzept erforderlich, in deren Zuge auch ein verlängerter Aufenthalt am Bahnhof Bruneck vorgesehen werden musste.

6. Warum ist ein verlängerter Halt in Bruneck vorgesehen und nicht in Franzensfeste?

Der verlängerte Halt wurde nach sorgfältiger Analyse bewusst in Bruneck und nicht in Franzensfeste eingeplant.

Bruneck ist für die Pustertalbahn ein zentraler Start- und Zielbahnhof, insbesondere für Arbeits- und Schulpendler. Damit betrifft eine Wartezeit in Bruneck statistisch über ein Drittel weniger Zugreisende als eine Wartezeit in Franzensfeste, der ein typischer Durchfahrtsbahnhof ist. Darüber hinaus bietet der Bahnhof ausreichend Komfort, da man während des verlängerten Halts im Zug bleiben darf – ein Vorteil besonders in den Winter- und Sommermonaten, in Franzensfeste bestünde diese Möglichkeit nicht.

Zudem bietet der Bahnhof in Bruneck aufgrund seiner Lage und Infrastruktur mehr Komfort als der Bahnhof Franzensfeste, wo es auch keine Bahnhofsbar gibt. Eine Wartezeit in Franzensfeste wäre zudem auch länger, da zur Wartezeit noch die 7 Minuten Anschluss auf den Zug nach Bozen hinzukämen. Eine Wartezeit in Franzensfeste hätte aber auch ihre positiven Seiten. So wäre es damit praktisch unmöglich Anschlüsse für Züge von oder nach Bozen zu verpassen.

Insgesamt und besonders für die Wintermonate, macht es bei Betrachtung aller Umstände und für die Gesamtheit der Fahrgäste gesehen, aus diesen Gründen mehr Sinn, den verlängerten Halt vorerst in Bruneck vorzusehen.

7. Warum wurde der derzeitige verlängerte Aufenthalt nicht auf die Bahnhöfe Franzensfeste und Bruneck aufgeteilt?

Eine Aufteilung des Fahrplanausgleichs auf die Bahnhöfe Franzensfeste und Bruneck wurden im Planungsprozess ebenfalls geprüft. Eine solche Lösung würde auf den ersten Blick zwar die Anschlusssituation in Franzensfeste leicht entspannen und die Wartezeit in Bruneck verkürzen, ist jedoch aus betrieblichen und infrastrukturellen Gründen nicht umsetzbar.

Die Pustertalbahn ist eine überwiegend/ eingleisige Strecke mit einer begrenzten Anzahl an Kreuzungsstellen. Bei einem durchgehenden Halbstundentakt sind die Zugkreuzungen exakt auf diese bestehenden Punkte abgestimmt. Im unteren Pustertal müssen sich die Züge aus den beiden Richtungen nahezu zeitgleich in Mühlbach und Ehrenburg treffen.

Eine Aufteilung des verlängerten Aufenthalts würde dies unmöglich machen.

8. Wird bis zur Eröffnung der Riggertalschleife am verlängerten Aufenthalt am Bahnhof Bruneck festgehalten?

Vorerst bleibt die aktuelle Situation bis zum Ende des Schuljahres unverändert. Eine derartige umfassende Umstellung während des laufenden Schuljahres hätte weitreichende Konsequenzen und ist daher nicht umsetzbar.

Die mittelfristig sinnvollste Lösung besteht darin, den verlängerten Aufenthalt vorübergehend nach Innichen zu verlegen, wo deutlich weniger Berufspendler betroffen wären. Dies erfordert jedoch eine Anpassung der Busfahrpläne im gesamten oberen Pustertal, einschließlich der Unterrichtszeiten und der entsprechenden Schülerfahrten.

Gemeinsam mit den Schulen wird bereits intensiv an den Fahrplänen für das kommende Schuljahr gearbeitet. Ziel ist es, ab Mitte Juni 2026 – in Abstimmung mit dem Infrastrukturbetreiber RFI, den Eisenbahnverkehrsunternehmen SAD und Trenitalia sowie den regionalen Busbetreibern – die Fahrpläne im oberen Pustertal anzupassen und den verlängerten Aufenthalt von Bruneck nach Innichen zu verlegen. Dieses Fahrplanszenario mit dem verlängerten Aufenthalt in Innichen soll bis zur Inbetriebnahme der Riggertalschleife bestehen bleiben.

9. Was wurde entlang der Pustertalbahn bereits umgesetzt?

Entlang der Bahnstrecke zwischen Franzensfeste und Bruneck wurde umfassend in eine moderne und zuverlässige Infrastruktur investiert. Insgesamt wurden 27 Kilometer Fahrdraht der Oberleitung erneuert und auf weiten Abschnitten das gesamte Stromsystem modernisiert – mit rund 500 neuen Masten, neuen Verkabelungen und neuen Tragelementen.

Zusätzlich wurde das Überholgleis in Vintl reaktiviert und mit einer neuen Unterführung sowie Aufzügen ausgestattet, in Mühlbach das zweite Gleis erneuert. Umfangreiche Hangsicherungsarbeiten bei Franzensfeste, Percha und Olang sowie die Erneuerung der Tunnelabdichtung am Ochsenbühel in Aicha erhöhen die Sicherheit entlang der Strecke. In diese Maßnahmen wurden mehr als 10 Millionen Euro investiert – ein wichtiger Schritt für einen stabilen und zukunftsfähigen Bahnverkehr im Pustertal.

10. Welche konkreten Verbesserungen gibt es für Fahrgäste an den Bahnhöfen?

Für die Fahrgäste zeigen sich die Investitionen vor allem an den Bahnhöfen: Insgesamt wurden 13 Bahnhöfe generalsaniert und deutlich aufgewertet. Rund 1.200 Leuchtmittel wurden auf moderne LED-Beleuchtung umgestellt, 3.500 Laufmeter Gehsteigkanten und 7.000 Quadratmeter Gehsteigflächen erneuert. Zudem wurden 7.000 Laufmeter taktile Wege für Menschen mit Behinderung verlegt und 18 Aufzüge neu gebaut oder umfassend modernisiert. Gemeinsam mit den Gemeinden wurden auch Bahnhofsbereiche und Parkplätze verbessert. Mit Investitionen von über 7,5 Millionen Euro entstehen so barrierefreie, moderne und komfortable Bahnhöfe für den Alltag von Pendler, Schüler und Reisenden.

11. Sind für das Jahr 2026 weitere Streckensperren auf der Pustertalbahn vorgesehen?

Im österreichischen Abschnitt zwischen Innichen und Lienz ist eine längere Sperre vom 5. bis zum 26. April 2026 geplant. In Abstimmung mit den österreichischen Partnerbahnen wird diese Zeit genutzt, um auch im oberen Pustertal die Abschlussarbeiten zur Ausstattung der Strecke mit dem neuen europäischen Zugsicherungssystem ETCS durchzuführen. Die Bahnlinie wird dafür im Abschnitt Bruneck-Innichen zwischen dem 30. März und dem 28. April 2026 gesperrt.

Darüber hinaus sind die regulären, im Voraus geplanten Wartungsfenster an einzelnen Sonntagen vorgesehen, die im Abstand von etwa zwei Monaten stattfinden. Diese dienen der laufenden Instandhaltung und der langfristigen Betriebssicherheit der Strecke.

Für den Anschluss der bestehenden Strecke an die neue Riggertalschleife wird voraussichtlich zusätzlich eine kürzere Sperre von einigen Tagen erforderlich sein. Der genaue Zeitraum hierfür wird rechtzeitig bekannt gegeben, sobald die terminlichen Rahmenbedingungen final feststehen.

Daten & Fakten
Baubeginn

2024

Maßnahmen

1. Brücke über das Riggertal

  • Länge 189 Meter
  • 75 Meter Höhe über dem Tal
  • maximale Steigung 29,5 Promille

2. Neue Trassenführung unter der Autobahn A22

  • 4 neue Tunnel (längster Tunnel mit 796 Metern)

3. Neue Haltestelle in Natz-Schabs

4. Bestandstrecke Unterpustertal

  • Modernisierungsarbeiten, technische und sicherheitstechnische Arbeiten
  • Einbau Zugleitsystem ETCS
  • Austausch Oberleitung
  • Wiederherstellung Kreuzungsstelle Bahnhof Vintl

5. Umsteigeknotenpunkt Bahnhof Brixen

  • Neuer Gleisplan: 5 Gleise, 4 Bahnsteige (240 bis 400 Meter Länge)
  • barrierefreie Zugänge
  • neue Unterführung und Anpassung der bestehenden Unterführung
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