Pustertal: NonStop
Die Riggertalschleife verbindet die Brennerbahnlinie künftig ohne Umweg mit der Pusterer Bahnlinie. Für den Fahrgast bedeutet dies in erster Linie eine Zeitersparnis von 15 Minuten für die Bahnfahrt von Bozen nach Bruneck.
Mit 3,8 Kilometern Länge, einer rund 190 Meter langen Brücke und etwa 800 Metern Tunnel ist die Riggertalschleife eines der wichtigsten Bahnprojekte der kommenden Jahre und bildet die Grundlage für eine zukunftsfähige, leistungsstarke Mobilität im Pustertal.
Der italienische Schienennetzbetreiber RFI nutzt die Zeit der Sperren, um Modernisierungsarbeiten sowie technische und sicherheitstechnische Arbeiten an der Bestandstrecke durchzuführen.
Aktueller Stand der Bauarbeiten
Die Bauarbeiten an der Riggertalschleife machen sichtbare und kontinuierliche Fortschritte. Entlang der Pustertalbahn entsteht derzeit ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt, das unter äußerst anspruchsvollen Bedingungen umgesetzt wird. Mehrere Tunnelbauwerke, darunter die technisch besonders herausfordernde Unterquerung der A22, sowie die neue Riggertalbrücke werden mit höchster Präzision realisiert.
Ab dem 27.01. wird die bestehende Bahnstrecke wieder für den Betrieb freigegeben und bleibt bis zur Fertigstellung der Riggertalschleife in Betrieb. Dadurch ist die durchgehende Anbindung während der weiteren Bauphase sichergestellt.
Ergänzt wird das Gesamtprojekt durch die neue Haltestelle in Schabs, die das Bahnnetz zusätzlich stärkt. Parallel dazu werden die kommenden Verbesserungen im Fahrplankonzept bereits berücksichtigt: Im Zuge der aktuellen Fahrplanumstellung ist in Bruneck ein verlängerter Aufenthalt vorgesehen, der den Übergang zum Ziel-Fahrplankonzept 2027 unterstützt und die künftig verkürzten Fahrzeiten durch die Riggertalschleife bereits mitdenkt. Schritt für Schritt entsteht so eine schnellere, leistungsfähigere und noch besser vernetzte Bahnverbindung für das gesamte Pustertal.
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Ergänzend findest du in unseren FAQs weitere Informationen auf einen Blick.
Baustellen-Updates
- Das Fundament für das Brückenwiderlager wurde fertiggestellt
- Bau des Eisenbahntunnelportals
- Die historische Bahnlinie wurde abgerissen, die Aushub- und Stützarbeiten für den Bau der neuen Bahnlinie sind im Gange
- Oberleitung und Gleisanpassung auf der Bestandsstrecke Richtung Franzensfeste
- Gleisplan: Anpassung und neue Kreuzungsstelle
- Neue Unterführung Richtung Vahrner See
- Vorbereitungsarbeiten für die Errichtung eines Tunnels unter der Autobahn
- Erneuerung der Bahnsteige 1 und 2 am Bahnhof Niederdorf
Mehr Bahn, mehr Fahrgäste
Die neue Bahntrasse ins Pustertal mit deutlich attraktiveren Fahrtzeiten tritt künftig noch stärker in Konkurrenz zum privaten Pkw. Ziel ist es, weitere Pendlerinnen und Pendler zwischen Bozen und Bruneck zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen.
Meilensteine bis zur Fertigstellung der Riggertalschleife
Südtirol-Takt
Zusammen mit weiteren Bahnprojekten in den anderen Landesteilen Südtirols (Elektrifizierung der Vinschger Bahn, Ausbau Meraner Bahnlinie, Bau des Virgltunnels in Bozen) werden die Voraussetzungen für den „Südtirol-Takt“ geschaffen, einem Taktfahrplan mit noch besser aufeinander abgestimmten Fahrten im Halbstundentakt.
Die Riggertalschleife
Die neue Trasse der Pustertalbahn verläuft zunächst parallel zur Brennerautobahn, die auf der Höhe der Ausfahrt Brixen-Nord durch einen 796 Meter langen Tunnel unterquert wird. Danach führt die Trasse über eine neu errichtete, 189 Meter langen Brücke über den Eisack. Vor dem Erreichen der neuen Haltestelle Natz-Schabs schließt die neue Strecke an die bestehende Bahnlinie Franzensfeste-Innichen an.
Ausgebaut wird außerdem der Bahnhof Brixen. Als Umsteigeknotenpunkt erhält er einen neuen Gleisplan mit fünf Gleisen und vier Bahnsteigen zwischen 240 und 400 Metern Länge sowie barrierefreien Zugängen. Die bestehende Unterführung soll angepasst werden. Teil des Gesamtprojektes ist auch die Wiederinbetriebnahme einer Zughaltestelle in Vahrn. Diese befindet sich derzeit in der Planungsphase und stellt das zweite Baulos dar.
Kurzer Rückblick
Der Ideenwettbewerb für diese Bahnverbindung wurde bereits im Jahr 2008 ausgeschrieben. Mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen RFI, BBT SE und STA – Südtiroler Transportstrukturen AG am 23. Dezember 2015 wurde die STA mit der Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie für die Riggertalschleife beauftragt.
2018 hat die STA das Vorprojekt an den italienischen Schienennetzbetreiber RFI übergeben. Das Land Südtirol bleibt über eine Konvention beteiligt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Riggertalschleife ist ein zentrales Zukunftsprojekt für die Bahnmobilität im Pustertal. Der neue Streckenabschnitt mit Tunnel und Brücke verkürzt die Fahrzeiten deutlich und verbessert die Anbindung des Pustertals an das überregionale Bahnnetz. Damit wird die Bahn schneller, zuverlässiger und attraktiver für Pendler:innen und Reisende.
In ganz Europa wird auf die Eisenbahn gesetzt, um eine Alternative zum Pkw anzubieten. Die stark verkehrsbelasteten Straßen platzen aus allen Nähten. Es ist bereits seit über 20 Jahren ein Anliegen, das Pustertal besser mit der Brennerlinie und damit mit dem restlichen Land zu verbinden.
Für die Strecke zwischen Bozen und dem Pustertal werden künftig 15 Minuten weniger Fahrtzeit fällig. Das bedeutet, dass man in künftig in 1:15 Stunden von Bozen nach Bruneck gelangt.
Die Bauarbeiten werden vom italienischen Schienennetzbetreiber RFI durchgeführt.
Am 27. Januar 2026 nimmt die Bahn im unteren Pustertal ihren Betrieb wieder auf. Damit ist weiterer wichtiger Schritt zum Zielfahrplan getan und es tritt die Phase 03 auf dem Weg zum neuen Fahrplankonzept in Kraft (siehe Bild).
Auf der modernisierten Strecke verkehren die Züge wieder durchgehend bis Franzensfeste, wo der Umstieg auf die Brennerbahn erfolgt. Damit ist das Pustertal wieder an das regionale Bahnnetz Südtirols angeschlossen.
Im Zuge der Fahrplanumstellung ist in Bruneck ein verlängerter Halt vorgesehen. Dieser dient dem Fahrplanausgleich im Übergang zum Ziel-Fahrplankonzept 2027.
Der verlängerte Halt trägt somit zu einem stabilen, zuverlässigen und zukunftsorientierten Fahrplan bei.
Mit der künftigen Inbetriebnahme der Riggertalschleife wird sich die Bahnverbindung zwischen Bozen/Brixen und Bruneck dauerhaft und grundlegend verbessern. Durch die Riggertalschleife kommen die Züge aus Bozen in Bruneck eine Viertel Stunde früher an: nicht mehr zur Minute 00 und 30 einer jeden Stunde, sondern bereits zur Minute 15 und 45. Um diese Verbesserung bestmöglich vorzubereiten, wurden bereits im Vorfeld Anpassungen im Fahrplankonzept vorgenommen – das Fahrplanszenario mit den neuen Ankunfts- und Abfahrtszeiten in Bruneck wurde bereits 2024 eingeführt. Entsprechend wurden auch die Buslinien (diese sind auf den Zug vertaktet) und Schulzeiten an die neue Situation angepasst.
Diese frühzeitige Ausrichtung hat sich bewährt: Durch die Umstellung hat der Schienenersatzverkehr jene Minuten dazugewonnen, die notwendig waren, um die allermeisten Anschlüsse während der Bahnsperre zu halten und es konnte so ein stabiler Dienst angeboten werden. Damit wurde eine tragfähige Grundlage für den künftigen Ziel-Fahrplan geschaffen. Denn inzwischen wurde auch das Osttirol, nach Fertigstellung des Koralmbahntunnels um eine Viertelstunde gedreht – die Fahrtzeiten aus Lienz stimmen somit genau mit den neuen Ankunfts- und Abfahrtszeiten am Bahnhof Bruneck überein.
Nun hat sich die Fertigstellung der Riggertalschleife aufgrund externer Rahmenbedingungen aber zeitlich verschoben. Dies führt dazu, dass das Fahrplankonzept derzeit unter Übergangsbedingungen umgesetzt wird.
Bis zur vollständigen Inbetriebnahme der neuen Infrastruktur gilt der Zeitgewinn, der durch die Wiederinbetriebnahme der Bahn gegenüber dem Ersatzdienst erzielt wird, innerhalb des Pustertals. Auf die Brennerlinie übertragen werden kann er erst mit Fertigstellung der Riggertalschleife. Die Zeit zum Anschluss in Franzensfeste muss somit entlang der Strecke abgewartet werden.
Mindestens bis Juni 2026 führt dies zu einem verlängerten Aufenthalt am Bahnhof Bruneck für Durchreisende.
Die getroffenen Maßnahmen werden laufend überprüft und bei Bedarf optimiert und angepasst, um den Fahrgästen bereits heute ein möglichst verlässliches Angebot zu bieten.
Der verlängerte Halt wurde nach sorgfältiger Analyse bewusst in Bruneck und nicht in Franzensfeste eingeplant.
Bruneck ist für die Pustertalbahn ein zentraler Start- und Zielbahnhof, insbesondere für Arbeits- und Schulpendler. Damit betrifft eine Wartezeit in Bruneck statistisch über ein Drittel weniger zugreisende als eine Wartezeit in Franzensfeste, der ein typischer Durchfahrtsbahnhof ist. Darüber hinaus bietet der Bahnhof ausreichend Komfort, da man während des verlängerten Halts im Zug bleiben darf – ein Vorteil besonders in den Winter- und Sommermonaten, in Franzensfeste bestünde diese Möglichkeit nicht.
Zudem bietet der Bahnhof in Bruneck aufgrund seiner Lage und Infrastruktur mehr Komfort als der Bahnhof Franzensfeste, wo es auch keine Bahnhofsbar gibt. Eine Wartezeit in Franzensfeste wäre zudem auch länger, da zur Wartezeit noch die 7 Minuten Anschluss auf den Zug nach Bozen hinzukämen. Eine Wartezeit in Franzensfeste hätte aber auch ihre positiven Seiten. So wäre es damit praktisch unmöglich Anschlüsse für Züge von oder nach Bozen zu verpassen.
Insgesamt und besonders für die Wintermonate, macht es bei Betrachtung aller Umstände und für die Gesamtheit der Fahrgäste gesehen, aus diesen Gründen mehr Sinn, den verlängerten Halt vorerst in Bruneck vorzusehen.
Eine Aufteilung des Fahrplanausgleichs auf die Bahnhöfe Franzensfeste und Bruneck wurden im Planungsprozess ebenfalls geprüft. Eine solche Lösung würde auf den ersten Blick zwar die Anschlusssituation in Franzensfeste leicht entspannen und die Wartezeit in Bruneck verkürzen, ist jedoch aus betrieblichen und infrastrukturellen Gründen nicht umsetzbar.
Die Pustertalbahn ist eine überwiegend eingleisige Strecke mit einer begrenzten Anzahl an Kreuzungsstellen. Bei einem durchgehenden Halbstundentakt sind die Zugkreuzungen exakt auf diese bestehenden Punkte abgestimmt. Im unteren Pustertal müssen sich die Züge aus den beiden Richtungen nahezu zeitgleich in Mühlbach und Ehrenburg treffen, um aneinander vorbeifahren zu können.
Eine Aufteilung des verlängerten Aufenthalts würde dies unmöglich machen.
Entlang der Bahnstrecke zwischen Franzensfeste und Bruneck wurde umfassend in eine moderne und zuverlässige Infrastruktur investiert. Insgesamt wurden 27 Kilometer Fahrdraht der Oberleitung erneuert und auf weiten Abschnitten das gesamte Stromsystem modernisiert – mit rund 500 neuen Masten, neuen Verkabelungen und neuen Tragelementen.
Zusätzlich wurde das Überholgleis in Vintl reaktiviert und mit einer neuen Unterführung sowie Aufzügen ausgestattet, in Mühlbach das zweite Gleis erneuert. Umfangreiche Hangsicherungsarbeiten bei Franzensfeste, Percha und Olang sowie die Erneuerung der Tunnelabdichtung am Ochsenbühel in Aicha erhöhen die Sicherheit entlang der Strecke. In diese Maßnahmen wurden mehr als 10 Millionen Euro investiert – ein wichtiger Schritt für einen stabilen und zukunftsfähigen Bahnverkehr im Pustertal.
Für die Fahrgäste zeigen sich die Investitionen vor allem an den Bahnhöfen: Insgesamt wurden 13 Bahnhöfe generalsaniert und deutlich aufgewertet. Rund 1.200 Leuchtmittel wurden auf moderne LED-Beleuchtung umgestellt, 3.500 Laufmeter Gehsteigkanten und 7.000 Quadratmeter Gehsteigflächen erneuert. Zudem wurden 7.000 Laufmeter taktile Wege für Menschen mit Behinderung verlegt und 18 Aufzüge neu gebaut oder umfassend modernisiert. Gemeinsam mit den Gemeinden wurden auch Bahnhofsbereiche und Parkplätze verbessert. Mit Investitionen von über 7,5 Millionen Euro entstehen so barrierefreie, moderne und komfortable Bahnhöfe für den Alltag von Pendler, Schüler und Reisenden.
Der Bahnabschnitt zwischen Franzensfeste und Bruneck ist aufgrund von Infrastrukturmaßnahmen bis einschließlich 26. Januar 2026 gesperrt. Ab dem 27. Januar 2026 wird der Zugverkehr auf diesem Abschnitt wieder aufgenommen, mit direktem Anschluss an die Brennerbahn in Franzensfeste.
Im österreichischen Abschnitt zwischen Innichen und Lienz ist eine längere Sperre vom 5. bis zum 26. April 2026 geplant. In Abstimmung mit den österreichischen Partnerbahnen wird diese Zeit genutzt, um auch im oberen Pustertal die Abschlussarbeiten zur Ausstattung der Strecke mit dem neuen europäischen Zugsicherungssystem ETCS durchzuführen. Die Bahnlinie wird dafür im Abschnitt Bruneck-Innichen zwischen dem 30. März und dem 29. April 2026 gesperrt.
Darüber hinaus sind die regulären, im Voraus geplanten Wartungsfenster an einzelnen Sonntagen vorgesehen, die im Abstand von etwa zwei Monaten stattfinden. Diese dienen der laufenden Instandhaltung und der langfristigen Betriebssicherheit der Strecke.
Für den Anschluss der bestehenden Strecke an die neue Riggertalschleife wird voraussichtlich zusätzlich eine kürzere Sperre von einigen Tagen erforderlich sein. Der genaue Zeitraum hierfür wird rechtzeitig bekannt gegeben, sobald die terminlichen Rahmenbedingungen final feststehen.
Die vollständige Umsetzung des künftigen Fahrplankonzepts ist mit der Inbetriebnahme der Riggertalschleife, voraussichtlich Mitte 2027, vorgesehen. Ab diesem Zeitpunkt verkehren die Züge durchgehend und ohne Umstieg direkt zwischen Bozen/Brixen und Bruneck.
Damit entfällt auch der derzeit erforderliche verlängerte Aufenthalt in Bruneck, wodurch die Fahrzeiten weiter optimiert werden und ein direkter, flüssiger und verlässlicher Bahnverkehr im gesamten Pustertal gewährleistet wird.
Daten & Fakten
2024
1. Brücke über das Riggertal
- Länge 189 Meter
- 75 Meter Höhe über dem Tal
- maximale Steigung 29,5 Promille
2. Neue Trassenführung unter der Autobahn A22
- 4 neue Tunnel (längster Tunnel mit 796 Metern)
3. Neue Haltestelle in Natz-Schabs
4. Bestandstrecke Unterpustertal
- Modernisierungsarbeiten, technische und sicherheitstechnische Arbeiten
- Einbau Zugleitsystem ETCS
- Austausch Oberleitung
- Wiederherstellung Kreuzungsstelle Bahnhof Vintl
5. Umsteigeknotenpunkt Bahnhof Brixen
- Neuer Gleisplan: 5 Gleise, 4 Bahnsteige (240 bis 400 Meter Länge)
- barrierefreie Zugänge
- neue Unterführung und Anpassung der bestehenden Unterführung
Während der gesamten Zeit der Bauarbeiten und der Sperre der Pustertalbahn wird ein Schienenersatzdienst mit Bussen angeboten. Dieser orientiert sich am aktuellen Angebot im Bahnverkehr.
Alle detaillierten Informationen über aktuelle Fahrpläne sowie über den Schienenersatzdienst während der Bauarbeiten können auf der Webseite www.suedtirolmobil.info nachgelesen werden.
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