Südtiroler Mobilitätspreis 2026

Große Ideen, kreative Lösungen und viel Engagement: Auch im 10. Jubiläumsjahr zeigt der Südtiroler Mobilitätspreis, wie vielseitig die Mobilität von morgen bereits heute gestaltet wird.

Mobilität verändert sich dort, wo Menschen bereit sind, neue Wege zu gehen. Genau dieses Engagement macht der Südtiroler Mobilitätspreis sichtbar. Bereits zum zehnten Mal zeichnet die Südtiroler Landesregierung Projekte und Initiativen aus, die mit konkreten Lösungen zu einer zukunftsfähigen Mobilität in Südtirol beitragen. Koordiniert wird der Preis von STA Green Mobility.

Seit 2025 werden die Projekte in drei Kategorien bewertet:

  • Schulen und Vereine
  • Gemeinden und Bezirksgemeinschaften
  • Unternehmen

Dadurch erhalten Initiativen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung die gleiche Chance auf Sichtbarkeit und Anerkennung.

Die diesjährigen Einreichungen zeigen einmal mehr, wie vielfältig Mobilität gedacht werden kann: von kleinen Ideen mit großer Wirkung bis hin zu umfassenden Konzepten. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, den Alltag der Menschen zu verbessern, neue Möglichkeiten aufzuzeigen und andere zum Nachmachen anzuregen.

Im Folgenden stellen wir alle eingereichten Projekte des Mobilitätspreises Südtirol 2026 vor:

Iprona Lana SpA (1. Platz Kategorie Unternehmen)

Iprona GoGreen

iprona GoGreen ist ein unternehmensintern entwickeltes Belohnungssystem der iprona Lana SpA, das Mitarbeitende motiviert, ihre Arbeitswege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Die nachhaltig zurückgelegten Wege werden ganz einfach und unkompliziert in einer Excel Tabelle erfasst und mit Einkaufsgutscheinen (z. B. Monni Cards) belohnt, wodurch Klimaschutz, Gesundheitsförderung und Mitarbeitermotivation miteinander verbunden werden. Seit Juni 2026 haben bereits 42 Mitarbeitende teilgenommen und dabei 3.600 nachhaltige Kilometer zurückgelegt sowie 590 kg CO₂ eingespart.

Unterstützt wird das Programm durch Fahrradstellplätze, Duschen, Umkleidemöglichkeiten, Radservice sowie Aktionen wie Fahrradsicherheitstrainings, Radwerkstätten und Frühstücksaktionen für nachhaltig anreisende Mitarbeitende. Das einfach übertragbare Modell fördert langfristige Verhaltensänderungen und zeigt, wie Unternehmen nachhaltige Mobilität erfolgreich in ihre Unternehmenskultur integrieren können.

 

Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) (2. Platz Kategorie Unternehmen)

Maßnahmenpaket für eine sanftere Mobilität im HGV 2026

Der HGV verfolgt mit seinem Green Team seit 2024 eine ganzheitliche Mobilitätsstrategie für alle fünf Standorte in Südtirol. Das Maßnahmenpaket verbindet Bewusstseinsbildung, finanzielle Anreize sowie Investitionen in moderne Mobilitätsangebote. Im Bereich Bewusstseinsbildung organisiert der HGV jährlich einen „Tag der nachhaltigen Anfahrt", bei dem 2026 bereits 74 % der Mitarbeitenden nachhaltig anreisten. Finanzielle Anreize umfassen einen ÖPNV-Zuschuss von bis zu 100 € jährlich, SüdtirolPass Business für Neuzugänge sowie 19 Südtirol Pass Business für Dienstfahrten.

Die Infrastruktur wurde mit E-Ladestationen an drei Standorten und gesicherten Fahrradabstellplätzen aufgerüstet. Für Dienstfahrten stehen unseren Bürostandorten insgesamt 6 E-Bikes und 10 E-Autos für Dienstfahrten zur Verfügung. Unsere Mitarbeitenden können zudem die E-Fahrzeuge der von AlpsGo für Dienstfahrten, aber auch für private Zwecke zu besonders günstigen Konditionen nutzen. Durch Smart Working sparen 166 Mitarbeitende rund 4.850 Fahrtkilometer jährlich ein. Die messbare Wirkung zeigt sich in einem Anstieg der mit der Bahn zurückgelegten Dienstkilometer von 25.000 (2023) auf 80.000 (2025). Als Branchenverband versteht sich der HGV als Multiplikator und trägt erfolgreiche Maßnahmen zu seinen rund 4.500 Mitgliedsbetrieben weiter. Der innovative Charakter liegt in der Verknüpfung von Gamification und Mobilitäts-Challenges mit teamfördernden Belohnungen.

 

Gemeinde St. Ulrich (1. Platz Kategorie Gemeinden und BZG)

Aufwertung der Kirchsteige und Fußwege in St. Ulrich

Das Projekt der Gemeinde St. Ulrich zielt auf die systematische Aufwertung des bestehenden Fußwegenetzes, um die Bevölkerung zu ermutigen, kurze Wege innerhalb des Dorfes zu Fuß statt mit dem Auto zurückzulegen. Im Rahmen einer umfassenden Bestandsaufnahme wurden 60 Fußwege und Kirchsteige dokumentiert, wobei Parameter wie Länge, Höhenunterschied, Erhaltungszustand, Beschilderung, Beleuchtung sowie Eignung für Kinderwagen und Fahrräder erfasst wurden.

Die konkreten Maßnahmen umfassen: eine neue, einheitliche Beschilderung mit gut sichtbaren gelben Hinweisschildern, die Informationen über Ziel und Kinderwageneignung geben; die Eintragung aller Fußwege in Google Maps für moderne Routenplanung; die Reaktivierung zugewachsener Wege; die Beleuchtung wichtiger Verbindungen für sichere Nutzung auch abends und im Winter; sowie eine regelmäßige Instandhaltung inklusive Schneeräumung.

Geplant ist die Einbindung von Schulen, die Anfang und Ende der Fußwege mit Straßenmalereien kennzeichnen sollen. Das Projekt ist leicht auf andere Gemeinden übertragbar, da jede Gemeinde über wenig bekannte Kirchsteige verfügt, die durch bessere Sichtbarmachung häufiger genutzt werden könnten. Das innovative Element liegt im konzeptuellen und umfassenden Ansatz, der das gesamte Fußwegenetz berücksichtigt, anstatt einzelne Wege isoliert zu verbessern.

 

Gemeinde Tirol (2. Platz Kategorie Gemeinden und BZG)

Abbau von architektonischen Barrieren und Einrichtung eines Mobilitätsknotenpunkts

Die Gemeinde Tirol hat ein Projekt zum Abbau architektonischer Barrieren und zur Einrichtung eines Mobilitätsknotenpunkts umgesetzt, das Fußgängerfreundlichkeit, Barrierefreiheit und nachhaltige Mobilität verbindet. Der historische Ruipacher Steig wurde verbreitert und durch Abbau einer Treppe auch für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen befahrbar gemacht. Er bietet nun eine attraktive Alternative zur viel befahrenen Hauptstraße und verteilt den Fußgängerverkehr sowie Besucherströme strategisch im Dorfzentrum.

Am Dorfeingang wurde ein Car-Sharing-Knoten mit zwei Elektrofahrzeugen von AlpsGo errichtet. Der Standort am Parkplatz Schöpf eignet sich vor allem durch die Anbindung an die Bushaltestelle. Durch die Errichtung eines neuen Fahrradunterstands und einer Verbindungstreppe zur Bushaltestelle enstand ein Mikro-Mobilitäts-Hub, der Nutzer einlädt, auf öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Carsharing umzusteigen.

Zusätzlich wurden zwei Engstellen im Zentrum entschärft, was zu flüssigerem Verkehr und weniger Staubildung an hochfrequentierten Tagen führt. Das Projekt wurde durch Veranstaltungen wie „Tag der offenen Autotür" und Informationen für Tourismusverein und Hotelbetriebe kommuniziert. Die Gemeinde geht als Vorbild voran und zeigt, wie nachhaltige Mobilität mit Barrierefreiheit kombiniert werden kann.

 

Sprachen- und Realgymnasium Bruneck „Nikolaus Cusanus“ (1. Platz Kategorie Schulen und Vereine)

VelObserver für Schulen – Gemeinsam zur sicheren Radschulwegkarte (Cusanus Gymnasium Bruneck)

VelObserver für Schulen ist eine digitale Beteiligungsplattform zur Förderung sicherer und nachhaltiger Schulmobilität. Im Frühjahr 2026 wurde das Projekt als Pilotprojekt am Cusanus Gymnasium Bruneck mit vier Klassen und 66 Schülerinnen und Schülern durchgeführt, wobei 60 Jugendliche (91 %) aktiv teilnahmen. Über eine Smartphone-App zeichneten die Teilnehmenden freiwillig ihre Schulwege auf, bewerteten Streckenabschnitte hinsichtlich ihrer Sicherheit und probierten im Rahmen eines mehrstufigen Gamification-Konzepts empfohlene sichere Alternativrouten aus. Automatische Routenerkennung, spielerische Challenges mit Preisverleihung und kontinuierliche Rückmeldungen.

Die Ergebnisse sind beeindruckend: 1.510 Schulwege wurden erfasst, davon 437 Fahrradfahrten mit insgesamt 1.176 km. Der Radverkehr der bereits radfahrenden Schüler stieg um 10 %. Die empfohlenen sicheren Routen wurden bei bis zu 27,65 % der Fahrten genutzt. Die Daten flossen in eine digitale Radschulwegkarte mit identifizierten Gefahrenstellen ein.

Das Projekt ist vollständig auf weitere Schulen übertragbar. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Bruneck folgen im Herbst 2026 Pilotprojekte in Hamburg, Zürich und Bern. Das innovative Element liegt in der erstmaligen Kombination von GPS-Routenerkennung, Sicherheitsbewertungen durch Schüler und Gamification zu einer datenbasierten Entscheidungsgrundlage für die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur.

 

Mittelschule "Mariengarten", St. Pauls (2. Platz Kategorie Schulen und Vereine)

Die 200 m-Challenge

Die 200 m-Challenge ist ein Schulprojekt der Mittelschule Mariengarten in St. Pauls, das von einer Lehrperson initiiert wurde, um das Problem der Elterntaxis und die damit verbundenen gefährlichen Situationen im Schulhof zu lösen. Während der Fastenzeit 2026 (24.02.–31.03.) wurden alle 148 Schülerinnen und Schüler motiviert, mindestens die letzten 200 Meter zur Schule zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis zurückzulegen. Die 200 Meter entsprechen der Entfernung zur Feuerwehrhalle, wo Eltern ihre Kinder aussteigen lassen können.

Das Konzept funktionierte über Stempelkarten: Zwei „Stempelkinder" am Schulhofeingang vergaben täglich Stempel an nachhaltig anreisende Mitschüler. Je mehr Stempel gesammelt wurden, desto höher die Gewinnchancen. Als Preis winkte ein sportlicher Nachmittag mit einem Kampfsportler statt regulärem Unterricht.

Die Wirkung war sofort sichtbar: kein Autoverkehr mehr im Schulhof, weniger Stress und Abgase. Die Challenge motivierte die Kinder, ihre Eltern davon zu überzeugen, sie nicht mehr zu chauffieren. Ein Podcast der Klasse 2A dokumentiert die Aktion. Besonders nachhaltig: Viele Schülerinnen und Schüler setzen die autofreie Anfahrt auch nach Ende der offiziellen Challenge fort. Das Projekt ist von jeder Schule einfach adaptierbar und zeigt, wie spielerische Anreize nachhaltiges Mobilitätsverhalten fördern.

 

Tourismusverein Olang (1. Sonderpreis der Jury)

Callbus: ohne Plan aber nicht planlos

Der CallBus Olang ist ein digital buchbarer, elektrisch betriebener Rufbus, der seit November 2025 die öffentliche Mobilität im Gemeindegebiet flexibel ergänzt. Als Alternative zum privaten Pkw verbindet er über 100 Haltestellen, schließt Mobilitätslücken und ermöglicht Gästen sowie Einheimischen eine nachhaltige Fortbewegung auch außerhalb klassischer Linienangebote. Der Dienst ist ganzjährig verfügbar und wird saisonal angepasst: In der Hochsaison mit zwei Fahrzeugen, in der Nebensaison mit einem Kleinbus.

Die Buchung erfolgt über eine App oder telefonisch über den Tourismusverein Olang, wodurch auch ältere Menschen und Personen ohne Smartphone erreicht werden. Eine intelligente Software bündelt ähnliche Fahrtanfragen und ermöglicht die gemeinsame Beförderung mehrerer Personen mit vergleichbaren Routen. Dadurch werden Leerfahrten reduziert, die Auslastung verbessert und Verkehr sowie Emissionen verringert.

Der 100 % elektrische und CO₂-neutrale Betrieb sowie die bedarfsgerechte Steuerung machen den CallBus zu einer nachhaltigen Mobilitätslösung. Zusätzlich bietet das Angebot Barrierefreiheit sowie praktische Services wie die Mitnahme von Ski, Fahrrädern, Kindersitzen oder Hundeboxen. Die Nutzung ist für Gäste mit Kronplatz Guest Pass sowie für Einheimische mit Südtirolmobil Pass kostenlos.

Das Projekt wird vom Tourismusverein Olang gemeinsam mit den Mobilitätsanbietern, STA und den Beherbergungsbetrieben umgesetzt. Die Verbindung aus On-Demand-Technologie, intelligenter Fahrtenbündelung, Inklusion und lokaler Zusammenarbeit macht den CallBus Olang zu einem innovativen und übertragbaren Mobilitätsmodell für ländliche Regionen.

 

SLON GmbH - Bozen (2. Sonderpreis der Jury)

SLON - Kooperationslogistik. Smart.

SLON ist ein südtirolweites Netzwerk für kooperative Logistik mit dem Ziel, bestehende Transportkapazitäten unternehmensübergreifend besser zu nutzen, Lieferungen zu bündeln und vermeidbare Fahrten sowie Leer- und Umwegkilometer zu reduzieren.

Über die digitale SLON-Plattform werden Unternehmen mit Transportbedarf mit regionalen Transportpartnern vernetzt. Aufträge werden nach Standort, Route, Zeitfenster und verfügbarem Laderaum passenden Partnern zugeordnet und zu effizienten Touren gebündelt. Direkte Zustellungen vermeiden Umwege über entfernte Umschlagpunkte.

Das Netzwerk umfasst aktuell 23 Transportbetriebe und 58 Versenderbetriebe. Die Wirkung ist konkret messbar: In einem Modellvergleich reduzierte sich eine Zustellung von Eppan nach Bozen durch Verzicht auf einen Umweg über Trient von 109,3 auf 10,2 km, wodurch die CO₂-Emissionen von 19,46 auf 1,82 kg sanken. Bei Bündelung dreier Lieferungen auf ein Fahrzeug sank die Strecke gegenüber Einzelfahrten um 66,7 %.

Das innovative Element liegt in der unternehmens- und branchenübergreifenden Organisation regionaler Logistik. Statt paralleler Einzelfahrten ermöglicht SLON auch kleineren Unternehmen ohne eigene Logistikabteilung, bestehende Fahrzeuge kooperativ zu nutzen. Die ökologische Wirkung entsteht nicht durch neue Antriebstechnologien, sondern durch die strukturelle Veränderung hin zu gemeinsam genutzten Transportressourcen.

 

Raiffeisenkasse Eisacktal Genossenschaft

Fahrradcheckup für Mitarbeiter und Mitglieder

Die Raiffeisenkasse Eisacktal organisierte an mehreren Tagen im April 2026 gemeinsam mit dem lokalen Fahrradfachbetrieb S'Radl (Manuel Benetti, Milland) einen kostenlosen Fahrrad-Check-up, zunächst für Mitarbeitende, anschließend für Mitglieder. Rund 130 Personen nahmen das Angebot in Anspruch. Im Rahmen der Aktion wurden Fahrräder technisch überprüft, sicherheitsrelevante Komponenten wie Bremsen, Beleuchtung und Schaltung kontrolliert sowie kleinere Mängel direkt vor Ort behoben.

Ziel des Projekts war es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Nutzung des Fahrrads als nachhaltiges Verkehrsmittel zu fördern. Durch die fachgerechte Wartung werden Hemmschwellen für die regelmäßige Fahrradnutzung abgebaut und die Bereitschaft gesteigert, Alltagswege, insbesondere Arbeits- und Freizeitwege, mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückzulegen. Damit leistet das Projekt einen Beitrag sowohl zur Verlagerung des motorisierten Verkehrs auf den Radverkehr als auch zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Die Zusammenarbeit zwischen der Raiffeisenkasse Eisacktal, dem regionalen Fahrradfachbetrieb und den teilnehmenden Mitgliedern und Mitarbeitenden stärkte zudem die regionale Vernetzung. Die Kommunikation erfolgte über Newsletter, E-Mails und persönliche Ansprache der Zielgruppe.

Das Projekt zeichnet sich durch seinen niederschwelligen Ansatz aus: Statt reiner Sensibilisierung bietet es einen konkreten Mehrwert für die Teilnehmenden und verbindet nachhaltige Mobilität, Verkehrssicherheit und Gesundheitsförderung. Aufgrund des einfachen Konzepts und des geringen organisatorischen Aufwands ist die Initiative gut replizierbar und soll im kommenden Jahr erneut durchgeführt werden.

 

Gemeinde Sterzing

Pedibus+ Sterzing Vipiteno

Der Pedibus Sterzing ist ein nachhaltiges Schulwegprojekt der Gemeinde Sterzing, das den Verkehr vor der Grundschule Dr. Josef Rampold reduziert und gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl sowie die Selbstständigkeit der Kinder fördert. Das Projekt funktioniert wie ein echtes Busunternehmen – nur zu Fuß: Drei Linien (blau, gelb, grün) mit festen Haltestellen, Fahrplänen und eigenen Maskottchen bringen täglich 30–50 Kinder sicher zur Schule. Die Routen wurden datenbasiert geplant: Eine Elternumfrage und geografische Kartierung der Wohnorte ermöglichten die optimale Linienführung. Alle Strecken, Haltestellen und Fahrpläne sind online einsehbar.

Für Sicherheit und Verlässlichkeit sorgen drei feste Begleitpersonen („Busfahrer") plus eine Springerin. Bei Personalausfall springt die Stadtpolizei Sterzing ein. Ergänzend wurde eine Schulstraße mit Durchfahrtsverbot für Autos eingerichtet sowie neue Radspuren angelegt, die direkt an die Schulstraße anbinden und ein kohärentes Mobilitätsnetz schaffen.

Die Wirkung ist messbar: weniger Autos vor der Schule, steigende Teilnehmerzahlen und positive Rückmeldungen von Eltern und Lehrern. Das Projekt durchbricht den Teufelskreis aus mehr Elterntaxis und mehr Gefahr.

Beteiligte Akteure sind die Stadtpolizei Sterzing, die Gemeinde Sterzing, die Grundschule und die Familien. Die Kommunikation erfolgt über Online-Karten, das digitale Schulregister, lokale Medien und saisonale Accessoires (Mützen im Winter, Caps im Sommer) als sichtbare Zeichen der Teilnahme.

Ein spielerisches, nachhaltiges und partizipatives Modell, das Verkehr reduziert und Zusammenhalt stärkt. Das Konzept ist leicht auf andere Schulen und Gemeinden übertragbar und fördert Selbstständigkeit, Umweltbewusstsein und sozialen Zusammenhalt. Es soll künftig auf andere Schulen ausgeweitet werden.

 

Landesrettungsverein Weißes Kreuz EO

Erstes vollelektrisches Notarzteinsatzfahrzeug Südtirols (E-Nef) – nachhaltige Innovation im Rettungsdienst

Mit dem ersten vollelektrischen Notarzteinsatzfahrzeug (E-NEF) Südtirols zeigt das Weiße Kreuz, dass emissionsfreie Mobilität auch unter den hohen Anforderungen des Rettungsdienstes praxistauglich ist. Das seit 2026 rund um die Uhr in Bozen eingesetzte Fahrzeug wurde gemeinsam mit der Südtiroler Volksbank und Volvo realisiert und ist Teil der Initiative „Impact 2026", die Maßnahmen zur Dekarbonisierung, zum Umweltschutz und zur sozialen Verantwortung bündelt.

Das Fahrzeug überzeugt durch hohe Reichweite, modernste Sicherheitstechnologie und ausreichend Platz für die notfallmedizinische Ausstattung. Bisher wurden bereits über 10.500 Einsatzkilometer emissionsfrei zurückgelegt und dadurch rund 2,8 Tonnen CO₂ gegenüber einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor eingespart.

Das innovative Element des Projekts liegt in der erstmaligen Verbindung vollelektrischer Antriebstechnologie mit den hohen Anforderungen des Notfallrettungsdienstes. Damit zeigt das E-NEF, dass nachhaltige Mobilität auch in einem besonders kritischen Einsatzbereich zuverlässig funktioniert, stärkt die Akzeptanz der Elektromobilität und besitzt Modellcharakter für weitere Rettungsorganisationen und Regionen.

 

Seiser Alm Marketing, Völs am Schlern

Bike2Work

Bike2Work ist ein Mobilitätsprojekt der Liftbetreiber der Seiser Alm zur Förderung nachhaltiger Alltagsmobilität und als konkreter Beitrag zur lokalen CO₂-Kompensation. Gemeinsam mit dem Ökoinstitut Südtirol und Seiser Alm Marketing wurde ein Modell entwickelt, das die Bevölkerung in den Gemeinden Kastelruth, Völs, Tiers und St. Ulrich beim Umstieg vom Auto auf das E-Bike unterstützt. Im Jahr 2026 geht das Projekt bereits in die vierte Runde.

Seit dem Start im Jahr 2023 werden E-Bikes kostenlos an Bürger und Pendler für Arbeitswege und alltägliche Fahrten bereitgestellt. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Angebot kontinuierlich erweitert: von 10 E-Bikes (2023) auf 25 (2024) und 30 (2025) bis auf insgesamt 40 E-Bikes im Jahr 2026 (durch Ünterstützung seit 2026 der Raiffeisenkasse Kastelruth–St. Ulrich mit 10 E-Bikes)

Die Wirkung des Projekts wird durch digitales Tracking der Fahrten erfasst und messbar gemacht. Zwischen 2023 und 2025 stiegen die gefahrenen Kilometer um 335 % und die eingesparten Emissionen um 330 % auf insgesamt 4,59 tCO₂ – das entspricht etwa dem durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-CO₂-Fußabdruck einer Person weltweit. Die durchschnittliche Nutzung pro Teilnehmer stieg von 573 km (2023) auf 915 km (2025).

Bike2Work fördert gezielt die Verkehrsverlagerung vom Pkw zum E-Bike im ländlichen Raum. Durch klare Nutzungsvorgaben, darunter eine Mindestnutzung an drei Tagen pro Woche, wird eine langfristige Veränderung des Mobilitätsverhaltens unterstützt. Das innovative Element liegt in der direkten Verbindung von regionaler CO₂-Kompensation mit konkreter nachhaltiger Mobilitätsförderung vor Ort. Das Projekt ist leicht auf andere Gemeinden, Unternehmen und Organisationen übertragbar.

 

inservice

“Mobilità sostenibile, valore condiviso” - "Nachhaltige Mobilität, unser gemeinsamer Beitrag"

Mit dem Projekt „Mobilità sostenibile, valore condiviso“ verfolgt inService / hds einen integrierten Ansatz für nachhaltige Mobilität, der Standortwahl, Arbeitsorganisation, alternative Verkehrsmittel und erneuerbare Energie miteinander verbindet. Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr und die damit verbundenen Emissionen zu reduzieren und zugleich die Qualität der täglichen Arbeitswege sowie die Attraktivität als Arbeitgeber zu verbessern.

Ein zentraler Schritt war die Verlegung des Standorts Brixen in die Nähe von Bahnhof und Bushaltestellen. An mehreren Standorten stehen E-Bikes und Firmenfahrräder zur Verfügung; für Dienstfahrten werden Bahn, Carpooling und der südtirolmobil Business Pass gefördert. Eine Vereinbarung mit AlpsGo erweitert das Angebot um elektrisches Carsharing. Der eigene Fuhrpark umfasst zwei Elektroautos und ein Hybridfahrzeug. Am Hauptsitz werden zwei Ladestationen mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage versorgt.

Besonders wirksam sind Smart Working und flexible Arbeitszeiten: 114 von 152 Mitarbeitenden, entsprechend 73,68 %, nutzen Smart Working. Dadurch entfallen an den jeweiligen Tagen die Arbeitswege, während flexible Arbeitszeiten den Verkehr zu Spitzenzeiten entlasten. Ergänzend fördert die Teilnahme an „Südtirol Radelt“ die Fahrradnutzung und sensibilisiert die Mitarbeitenden für nachhaltige Mobilität. Informationen, Regelungen und praktische Anleitungen zu den Angeboten werden zentral über das betriebliche SharePoint-Portal bereitgestellt.

Das Projekt zeichnet sich durch die koordinierte Verbindung vieler Einzelmaßnahmen aus. Nachhaltige Mobilität wird nicht als isoliertes Angebot, sondern als Bestandteil der Unternehmenskultur umgesetzt. Das flexible Konzept ist auf andere Unternehmen, Verbände und Dienstleistungsorganisationen übertragbar und unterstützt eine dauerhafte Veränderung des Mobilitätsverhaltens.

 

Gemeinden Kurtinig, Margreid, Tramin und Neumarkt

„Aktiv durch das Unterland – E-Bike Projekt 5.1 – 5 Gemeinden 1 gemeinsames Ziel“

„Aktiv durch das Unterland" ist ein gemeindeübergreifendes Mobilitätsprojekt der fünf Gemeinden Kurtinig, Margreid, Kurtatsch, Tramin und Neumarkt in Zusammenarbeit mit STA Green Mobility. Ziel ist die Förderung nachhaltiger Radmobilität als Alternative zum Auto für Bürger, Pendler und Touristen.

Das Projekt umfasst mehrere Maßnahmen: Die Errichtung von Radboxen an den Bahnhöfen Neumarkt-Tramin und Margreid-Kurtatsch fördert die Kombination von Rad und Bahn. Die Boxen sind über den Südtirol Pass digital zugänglich, was eine sichere, unbürokratische Nutzung ohne zusätzlichen Personalaufwand ermöglicht. Ergänzend werden E-Bikes kostenlos an Einwohner ausgegeben, um den Einstieg in die Radmobilität für Arbeits- und Freizeitwege zu erleichtern. Zudem werden Radverbindungen zu Bahnhöfen und Gewerbegebieten verbessert.

Die Wirksamkeit ist messbar: Die Radboxen erfassen Zugriffe elektronisch, die E-Bike-Nutzung wird dokumentiert und Fahrgastzahlen an den Bahnhöfen können vor und nach der Projektumsetzung verglichen werden.

Das innovative Element liegt in der ganzheitlichen, gemeindeübergreifenden Herangehensweise: Erstmals bündeln fünf Gemeinden Radabstellinfrastruktur, E-Bike-Verleih und Wegeverbesserung zu einem koordinierten Projekt. Das Modell orientiert sich an erfolgreichen Projekten in Eppan, Brixen, Vahrn und Meran und ist gut replizierbar – auch für Unternehmen als betriebliches Radangebot nach dem Vorbild der Firma Microtec.

 

Würth Italia

Smart Carpooling

Smart Carpooling è un progetto di Würth Italia volto a promuovere la condivisione degli spostamenti casa-lavoro tra i collaboratori della sede di Egna, con particolare attenzione ai dipendenti provenienti da aree non adeguatamente servite dal trasporto pubblico.

L’iniziativa, attiva dal 2024, si basa sulla creazione di una community aziendale supportata da un’app dedicata, che permette ai collaboratori di individuare colleghi con percorsi e orari compatibili. Il progetto è accompagnato da attività di comunicazione, sensibilizzazione e da un sistema di challenge e premialità per incentivare l’utilizzo continuativo del carpooling e trasformarlo in un’abitudine quotidiana.

Nei primi sei mesi del 2026 sono stati registrati 613 viaggi condivisi, con oltre 22.500 km evitati dai passeggeri e un risparmio stimato di 3.768 kg di CO₂. L’iniziativa coinvolge circa 700 collaboratori della sede di Egna e rappresenta un modello facilmente replicabile in altre realtà aziendali.

L’elemento innovativo del progetto risiede nell’integrazione tra tecnologia, coinvolgimento della comunità aziendale e meccanismi di incentivazione. Il contest annuale contribuisce a superare una delle principali difficoltà del carpooling: trasformare l’adesione iniziale in un comportamento stabile e spontaneo nel tempo.

 

DACHVERBAND FÜR NATUR- UND UMWELTSCHUTZ - Bozen, Kornplatz 10 // UMWELTGRUPPE EPPAN, UMWELTGRUPPE KALTERN

2026 zum 20. Mal: AUTOFREIER MENDELRADTAG - GIORNATA IN BICI SULLA MENDOLA

Der Autofreie Mendelradtag ist eine Klimaschutzaktion im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche, die 2026 bereits zum 20. Mal stattfindet. Organisiert vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz sowie den Umweltgruppen Eppan und Kaltern, wird die Mendelpassstraße am 19. September von 9 bis 16.30 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt. Ab Oberplanitzing bis zur Passhöhe gehört die spektakuläre Straße dann ausschließlich den Radfahrerinnen und Radfahrern.

Die Veranstaltung verfolgt mehrere Ziele: Einheimische wie Gäste zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad zu animieren, eine niederschwellige Radveranstaltung für alle Altersgruppen anzubieten und ein Zeichen gegen den Verkehr auf Südtirols Passstraßen zu setzen. Mit 860 Höhenmetern und 13 Straßenkilometern ist die Strecke für ein breites Publikum machbar.

Das Jubiläum wird unter dem Motto „Mobilität für alle Generationen!" besonders gefeiert: mit Erfrischungsständen, Fotowänden, einer Pressekonferenz und Live-Musik. Die jährlich steigende Teilnehmerzahl zeigt die wachsende Begeisterung für die Aktion. Das innovative Element liegt in der Niederschwelligkeit und dem klaren Fokus auf Verkehrsvermeidung und Klimaschutz statt auf sportlichen Wettbewerb. Als zweitälteste Veranstaltung dieser Art in Südtirol nach dem Stilfserjoch dient der Mendelradtag als Vorbild für eine nachhaltige Nutzung der Passstraßen.

 

Brixen Tourismus Genossenschaft, Brixen

bike festa Südtirol

Die bike festa Südtirol ist ein neues, jährlich geplantes Fahrradfestival der Brixen Tourismus Genossenschaft, das das Fahrrad als Schlüssel für die Mobilität der Zukunft positioniert und Menschen aller Generationen inspirieren soll, das Fahrrad häufiger im Alltag zu nutzen. Die erste Ausgabe findet vom 17. bis 20. September 2026 im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche in der autofreien Brixner Altstadt, auf dem umliegenden Radwegenetz und an der Plose statt. Das Projekt richtet sich an Einheimische und Gäste aller Generationen und verbindet nachhaltige Mobilität, Innovation, Freizeitgestaltung und Lebensqualität.

Das vielseitige Programm macht Fahrradmobilität unmittelbar erlebbar: Besucherinnen und Besucher können unterschiedliche Fahrradtypen – darunter Urban-, Cargo-, E- und Gravelbikes – kostenlos testen. Eine Innovation Gallery präsentiert neue Mobilitätslösungen, urbane Fahrradkonzepte, Digitalisierung und zukunftsweisende Technologien. Ergänzt wird das Angebot durch geführte Touren, Workshops, Vorträge, Filmvorführungen, einen kostenlosen Bike-Repair-Service, bewachte Fahrradabstellplätze sowie Kunst- und Upcycling-Angebote. Kinder und Jugendliche werden mit Geschicklichkeitsparcours und Rennen einbezogen; spezielle Angebote fördern Inklusion und sprechen gezielt Frauen an.

Die zentrale Lage bündelt Expo, Tests, Bildungsangebote und gemeinsame Ausfahrten an einem Ort und vermeidet zusätzliche Wege zwischen Veranstaltungsorten. Die autofreie Altstadt, das bestehende Radwegenetz und die aktive Bewerbung der Anreise per Bahn, Bus und Fahrrad unterstützen klimafreundliche Mobilität. Ein sichtbarer Höhepunkt ist die „Why We Ride“-Bike Parade: Menschen unterschiedlicher Generationen und mit verschiedenen Fahrradtypen fahren gemeinsam durch gesperrte Straßen und setzen ein öffentliches Zeichen für eine lebenswerte Stadt.

Organisiert wird die bike festa von Brixen Tourismus in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Brixen, Südtirolmobil/STA, Fahrradherstellern und -händlern, lokalen Guides, Schulen, Vereinen, Tourismusbetrieben und weiteren Akteuren aus Mobilität, Wirtschaft und Verwaltung. Als Green Event stärkt sie zugleich regionale Wertschöpfung und ressourcenschonende Veranstaltungsorganisation. Innovativ ist die erstmalige Verbindung von Fahrradfestival, Mobilitätsbildung, öffentlichem Raum und Technologie zu einer gemeinsamen Plattform in Südtirol. Das übertragbare Konzept baut Berührungsängste ab, vermittelt Wissen und soll das Fahrrad dauerhaft stärker im Alltag verankern.

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